Sie war eine der erfolgreichsten Schriftstellerinnen ihrer Zeit – und ist heute fast vergessen.
Ida von Hahn-Hahn führte im 19. Jahrhundert ein Leben, das sich den üblichen Erwartungen an Frauen ihres Standes entzog. Sie ließ sich früh scheiden, reiste durch Europa, lebte über viele Jahre in einer selbst gewählten Partnerschaft und machte das Schreiben zu ihrem Beruf. Zeitweise gehörte sie zu den bestbezahlten deutschsprachigen Autorinnen. Ihre Romane und Reisebücher wurden gelesen, diskutiert und kritisiert.
Dabei war Ida von Hahn-Hahn keine widerspruchsfreie Vorkämpferin moderner Ideen. Ihr Wunsch nach persönlicher Freiheit verband sich mit aristokratischem Standesbewusstsein, literarischer Kühnheit mit politischem Konservatismus. Nach den Umbrüchen von 1848 und dem Tod ihres langjährigen Gefährten Adolf von Bystram veränderte sie ihr Leben radikal: 1850 konvertierte sie zum Katholizismus und begann eine neue Lebens- und Werkphase.
TEIL 1 – LEBEN UND WERK
Das biografische Porträt erzählt von Hahn-Hahns Herkunft, ihrer frühen Ehe und Scheidung, ihren Reisen, ihrem Erfolg als Berufsschriftstellerin, ihrer Beziehung zu Adolf von Bystram und ihrer späteren religiösen Neuorientierung. Im Mittelpunkt stehen die Spannungen ihres Lebens: Selbstbehauptung und Standesbewusstsein, Freiheit und Bindung, Aufbruch und Rückzug.
TEIL 2 – „GRÄFIN FAUSTINE“
Der 1841 erschienene Roman stellt eine Frau ins Zentrum, die ihr eigenes Leben nach ihren Vorstellungen gestalten will. Faustine sucht Liebe, geistige Bewegung, Freiheit und Selbstbestimmung – und nimmt dafür Konflikte mit gesellschaftlichen Erwartungen in Kauf.
Doch Hahn-Hahn zeichnet keine makellose Heldin. Faustines Wunsch nach Freiheit kann in Egoismus und Rücksichtslosigkeit umschlagen. Gerade darin liegt die Stärke des Romans: Eine Frau darf widersprüchlich sein, Fehler machen und ihr eigenes Glück ebenso kompromisslos verfolgen, wie es die Literatur männlichen Figuren längst zugestanden hatte.
Der Roman verhandelt Liebe und Ehe, weibliche Selbstbestimmung, gesellschaftliche Doppelmoral, Macht, Verantwortung und die Frage, wo persönliche Freiheit ihre Grenze findet.
Diese Ausgabe enthält „Gräfin Faustine“ ungekürzt. Die historische Sprache und Schreibweise der verwendeten Textgrundlage wurden nicht modernisiert.
Eine Wiederentdeckung für alle, die vergessene Autorinnen, starke Frauenfiguren und die überraschenden Seiten der Literaturgeschichte kennenlernen möchten.
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ISBN-Nummern:
Hardcover: ISBN 978-3-910973-68-8
eBook: ISBN 978-3-910973-76-3
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